Merkblatt für Impfungen

1. Impfungen sollen in erster Linie das Auftreten schwerer Erkrankungen bei dem geimpften Menschen verhindern. Um einen sicheren Schutz zu gewährleisten, sollten bestimmte Impfabstände eingehalten werden.

2. Wenn sehr viele Menschen gegen eine Krankheit geimpft sind, bekommt diese Impfung einen sozialen Charakter. Das heißt, es kommt diese Erkrankung seltener vor, als wenn wenige geimpft sind. Zur Zeit sind die Kinder diejenige Bevölkerungsgruppe, die am meisten geimpft ist. Wenn einmal ein Impfschutz begonnen wurde, sollte Sorge getragen werden, dass er mit einigen Ausnahmen bis ins hohe Alter immer wieder aufgefrischt wird. Andernfalls könnte man zum Beispiel an einer Kinderkrankheit, gegen die einmal geimpft wurde, wieder erkranken. Die Gefahr von Komplikationen bei Kinderkrankheiten im Erwachsenenalter ist bekanntlich bedeutend größer als im Kindesalter.

3. Die Impfung ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, eine "Körperverletzung". Zu ihrer Rechtfertigung ist deshalb neben der medizinischen Indikation die Einwilligung des Impflings oder eine gesetzlichen Vertreters erforderlich (Eltern, Vormund, Betreuer). Bei minderjährigen ehelichen Kindern, oder dort wo beide Elternteile das Sorgerecht haben, sollten beide der Impfung zustimmen. Wenn ein Elternteil widerspricht, ist die Impfeinwilligung verweigert. Es genügt, wenn ein Elternteil ermächtigt wird, das Aufklärungsgespräch zu führen und danach über die Impfeinwilligung entscheidet.

4. Jede Impfung bewirkt beim Impfling eine immunologische Reaktion, die bei jedem Impfstoff anders ausfallen kann. Sie ist sehr wesentlich vom allgemeinen Gesundheitszustand und von der aktuellen Immunitätslage abhängig. So gibt es bei manchen Impfstoffen bekannte Nebenwirkungen z.B. eine hochfieberhafte Erkrankung ungefähr 10 Tage nach einer Masernimpfung (als Impfmasern bekannt). Nach allen Impfungen kann es an der Impfstelle zu schmerzhaften Schwellungen kommen. Bei gesicherten schwerwiegenden Impfschäden übernimmt die BRD die Verantwortung und zahlt eine Entschädigung. Daher sollte jede gesundheitliche Veränderung, die mit dem Impfzeitpunkt übereinstimmt, dem Impfarzt mitgeteilt und dokumentiert werden.

5. Nicht kalkulierbar sind allerdings die individuellen Immunreaktionen auf eine Impfung, die durchaus noch nach 14 Tagen oder später auftreten können. Diese können sich darstellen als:

  • akuter Infekt (Magen-Darm-Erkrankung, Bronchitis, Mittelohrentzündung, etc.),
  • Wiederaufflackern einer überstandenen Erkrankung oder einer Erkrankungsneigung,
  • erstes Auftreten einer bekannten familiären Schwäche z.B. in Form eines Ekzems, oder
  • Verschlimmerung einer bestehenden chronischen Krankheit.

Das Risiko hierfür kann kein Impfarzt sicher abschätzen. Um es jedoch so gering wie möglich zu halten, sollte der Impfling zum Impfzeitpunkt frei von akuten Infekten sein, und der Abstand zu Operationen, überstandenen Kinderkrankheiten oder zu mit Antibiotika behandelten schwerwiegenden Erkrankungen sollte groß genug sein.

6. Die STIKO-Empfehlungen (Ständige Impfkommission der Bundesrepublik) - siehe unten - sind nicht gesetzlich verpflichtend. Es kommt nicht darauf an, einen empfohlenen Impfplan in einer bestimmten Zeit zu erfüllen. Im Gespräch mit dem Arzt sollen die für Ihr Kind:

  • notwendigen Impfungen,
  • Kombinationen verschiedener Impfstoffe,
  • allgemeine Verträglichkeiten und
  • individuelle Verträglichkeiten von Impfstoffen und
  • der geeignete Impfzeitpunkt herausgefunden werden.

7. Nach dem aktuellen Infektionsschutzgesetz dürfen Geschwisterkinder in deren Familie ein Kind an einer Infektionskrankheit erkrankt ist, nicht mehr öffentliche Einrichtungen besuchen (Schule und Kindergarten) bis bei ihnen diese Erkrankung unwahrscheinlich wird, oder ein nachweislicher Immunschutz vorliegt.

8. Die Entscheidung zur Impfung ihres Kindes fällen Sie in eigener Verantwortung im Gespräch mit ihrem Arzt und nicht unter dem Druck der öffentlichen Meinung. Hier einige Hilfen zur Impfentscheidung: - individuelle-impfentscheide.de , impf-info.de, impfo.ch/News , Impfschaden.info

9. Fragen Sie also Ihren Arzt:

  • nach der Bedeutung jeder einzelnen Impfung für Ihr Kind und für die Allgemeinheit,
  • nach dem geeigneten Impfzeitpunkt für Ihr Kind,
  • ob bei Ihrem Kind Erkrankungen bestehen, die das Risiko der durchzuführenden Impfung vergrößern,
  • welche Impfschäden bei der anstehenden Impfung bekannt sind,
  • warum er Ihr Kind gegen diesen Krankheitserreger impfen möchte,
  • wie lang der Impfschutz bei der jeweiligen Impfung gesichert ist.
  • Teilen Sie dem Impfarzt mit, ob beide Elternteile der Impfung zustimmen.

Bitte bedenken Sie auch, dass in den Absätzen 5 bis 8 eine Meinung zu Impfungen vertreten wird, wie sie von der Mehrzahl der Mediziner nicht unterstützt wird.

Lassen Sie Ihr Kind nur impfen, wenn Sie sich eine eigene Meinung gebildet haben.

STIKO - IMPFEMPFEHLUNG vom Juli 2018 (wird ständig aktualisiert)

Impfung 6 Wochen 3 Monate 4 Monate 5 Monate 12 -15 Monate 16 - 24 Monate 6 - 7 Jahre 10-17 Jahren
Diphtherie   (X) X X X   X X
Tetanus   (X) X X X   X X
Keuchhusten   (X) X X X   X X
Hib - Infektion
  (X) X X X      
Polio/ IPV   (X) X X X     X
Hepatitis B & (X) X X X     $
Hepatitis A             O / O  
Pneumokok.   (X) X X X X   X
Meningokok. B   O O O O      
Meningokok. C         X X    
Rotavirus X/X/X              
Windpocken         X X    
Masern Mumps Röteln         X X   §
HPV               X/X/X
FSME             &/&...&
&
Influenza (Grippe)
          & & &.......

X = Routine-Impfungen (3+1 Schema), bei 2+1 Schema (X) weglassen
& = Impfungen aus besonderen Gründen
§ = alle nur 1 mal MMR(Masern/Mumps/Röteln) geimpfte Erwachsene
$ = Komplettierung eines unvollständigen Impfschutzes
O = auf eigene Kosten

 

Als Einzelimpfstoffe stehen folgende Pharmaka zur Verfügung : Diphterie (als einziger Impfstoff noch quecksilberhaltig), Tetanus, Polio, Meningokokken C, Meningokokken B, Pneumokokken, FSME, Windpocken, Masern, Influenza, Rotavirus, HPV, Typhus, Hepatitis A, Hepatitis B

Hier einige Fakten und statistische Daten zu den o.g. Routineimpfungen entnommen aus verschiedenen Ausgaben des "Epidemischen Bulletin" herausgegeben vom Robert Koch Institut, Berlin (rki.de) sowie ein Kommentar zu jeder Impfung.

Tetanus (Wundstarrkrampf): Seit Jahren weniger als 15 Erkrankungen / Jahr in der BRD, es waren ausschließlich alte Menschen erkrankt. Bei unvollständiger Grundimmunisierung (3 Impfungen, die letzte mindestens 6 Monate nach der zweiten Impfung) muß innerhalb von 48 Stunden nach einer Verletzung (siehe Kommentar) eine dritte Auffrischimpfung oder eine Aktiv/Passiv-Impfung durchgeführt werden.

Kommentar: Die größte Gefahr an Wundstarrkrampf zu erkranken besteht also bei Durchblutungsstörungen im Alter. Eine theoretische Gefahr stellen dar eine Vernachlässigung von Wunden, vor allem Bissverletzungen, Verbrennungs- oder Verbrühungsverletzungen, schwere Unfälle oder Verletzungen durch verschmutzte Gegenstände tief ins Gewebe und deren Heilung unter Sauerstoffabschluss. Stark blutende Schnittverletzungen oder oberflächliche Schürfverletzungen stellen keine erhöhte Gefahr für Tetanus dar, auch nicht das Verschlucken von Schmutz.

Diphtherie: Schwerwiegende ohne Gegenserum häufig tödlich verlaufende Infektion durch toxisches Organversagen. Seit 15 Jahren nur vereinzelt auftretende Rachendiphtherie in der BRD.

Pertussis (Keuchhusten): Sporadische Todesfälle bis zum 6. Lebensmonat. Anfallsartiger Husten kann bis zu 8 Wochen andauern. Die Ansteckung beginnt 1 Woche vor dem Anfallshusten und dauert bis zu 3 Wochen nach Anfallsbeginn.

Kommentar: Seit Einführung der Impfungen Zunahme der Erkankung bei Erwachsenen, und damit Übertragung auf Säuglinge, da der Keuchhusten bei Erwachsenen untypisch verläuft - an Raucherhusten erinnernd. Deshalb soll seit 2009 jede Tetanusimpfung im Erwachsenenalter mit einer Keuchhustenauffrischimpfung kombiniert werden. Es soll jetzt sogar jede Schwangere geimpft werden!!! Die Behandlung des Keuchhustens mit Hilfe homöopatischer Arzneien bei gut beobachtenden Eltern ist hier sehr effektiv. Eine antibiotische Behandlung während der Erkrankung verkürzt zwar die Ansteckungszeit aber nicht den Krankheitsverlauf. Eine Sicherheit nach einer sogenannten Grundimmunisierung nicht an Keuchhusten zu erkranken, gibt es nicht mal bis zum Vorschulalter. Eine Neigung zu allergischen Erkrankungen nach durchgemachtem Keuchhusten wird beobachtet allerdings nur bei vorheriger Keuchhustenimpfung.

Hämophilus influenza b (Meningitis, Pneumonie, Epiglottitis): Seit Jahren bis zu 20 / Jahr in der BRD. 80% der Erkrankungen im ersten Lebenshalbjahr. Häufigkeit: 3 Erkrankungen/ 1.Mill Einwohner. 5 Todesfälle/Jahr: in der Regel alte Menschen über 60 Jahre durch Sepsis, weniger als 1Kind/ Jahr an Epiglottitis.

Kommentar: Auch vor Beginn der Hib-Impfung erkrankten die meisten Kinder vor dem 6. Lebensmonat. Ab dem 2. Geburtstag wird selten eine Hämophilus-Hirnhautentzündung oder Kehldeckelentzündung beobachtet. Die Hämophilus Bakterien befinden sich bei fast jedem Menschen in der Rachenflora. Die Erkrankung ist deshalb nicht übertragbar. Eine Impfung wirkt erst nach der 3.Impfung. Ungefähr die Hälfte aller Erkrankten sind teilgeimpft.

Polio (Kinderlähmung): 1986 und 1990 die letzten beiden Poliofälle in der BRD. Sporadisches Auftreten durch Import aus "Polioländern" wie Indien.

Hepatitis A: ist eine im Kindesalter nahezu ungefährliche Erkrankung, die in Ländern mit mediterranem Klima wie der Türkei, Nordafrika, Asien, Mittel- und Südamerika heimisch ist und der Durchseuchungsgrad der Bevölkerung sehr groß ist. Sie wird vornehmlich übertragen durch verunreinigte Nahrungsmittel (alles, was nicht gekocht, gebraten und geschält werden kann).

Hepatitis B: Ungefähr 1000 Neuerkrankungen im Jahr. Übertragung mittlerweile am häufigsten über Geschlechtsverkehr. Extrem selten auch über Speichel oder Tränenflüssigkeit. Immer noch die häufigste Berufserkrankung im medizinischen Sektor, Vorkommen vor allem bei sozialen Risikogruppen wie Drogenabhängigen und Homosexuellen. Spielt im Kindesalter nur für Neugeborene von Hepatitis B - kranken Müttern eine bedeutende Rolle. Bei Verletzung durch eine Spritzenkanüle wird die Infektionswahrscheinlichkeit mit 30% angegeben. Eine Hyperimmunglobulingabe nach wenigen Stunden wird dann empfohlen, bei größerem Zeitintervall eine 3-malige AktivImpfung im Wochenabstand.

Kommentar: Für unter 18-jährige wird diese Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Masern: Erklärtes Ziel ist die Ausrottung der Masernerkrankung. Dazu müssen 95% der Weltbevölkerung geimpft werden. In den Entwicklungsländern ist Masern nach der Tuberkulose die häufigste Todesursache. Es gibt sporadisch Todesfälle bei Masernerkrankungen, weniger als 2 / Jahr in der BRD. Im Krankenhaus behandelt wurden in den letzten Jahren 50 / 1.000 Masernerkrankte. Regionalen Masernepidemien wird jetzt mit Abriegelungsimpfungen begegnet, die auch von Gesundheitsämtern durchgeführt werden. Schulverbote bei nicht geimpften Kinder können vereinzelt ausgesprochen werden. In Hessen ist diese Impfung mittlerweile Voraussetzung zum Erlangen eines Kindergartenplatzes.

Kommentar: Die Masern sind historisch eine Erkrankung des Kindesalters und sind hier weitgehend ungefährlich, wenn bestimmte Dinge beachtet werden (siehe Masern). Es erkranken jedoch zunehmend junge Erwachsene und Säuglinge, bei denen Komplikationen deutlich häufiger und schwerwiegender sind. . Die meisten Ärzte haben sehr viel Respekt vor dieser Erkrankung und übertragen ihre Unsicherheit auf die Eltern eines erkrankten Kindes. Der Masernimpfschutz kann nur zuverlässig lange wirken, wenn für die Geimpften immer wieder die Möglichkeit besteht, sich an Wildvirusmasern aufzufrischen. Gegen Masern geimpfte Mütter können auf ihre Neugeborenen nur einen ungenügenden Nestschutz übertragen der normalerweise bis über den ersten Geburtag hin anhält, so dass diese Säuglinge für Masern empfänglich sind. Hier kann der Beginn der sogenannte SSPE (verzögert auftretende Masernenzephalitis) sein, die in der Regel tödlich verläuft. Dazu muß es bei dem Säugling dann nicht unbedingt zu einer akuten Masernerkrankung kommen.

Mumps: Erklärtes Ziel ist die Ausrottung der Mumpserkrankung. 1 Erkrankter / 100.000 Einwohner in der BRD wird im Jahr im Krankenhaus behandelt. Die Mumpsmeningitis ist eine ungefährliche Hirnhautentzündung. In den letzten Jahren findet eine Verlagerung der Mumpserkrankungen ins Erwachsenenalter statt.

Kommentar: Mumps ist mit Hilfe von homöopatischen Arzneien gut behandelbar. Auch nach 2-maliger Impfung gibt es Mumpserkrankungen jetzt vorwiegend bei jungen Erwachsenen.

Röteln: Harmlose Erkrankung außer für ungeschützte Schwangere. Auch hier müssen zum Erreichen der Ausrottung 90 - 95% der Weltbevölkerung über Jahre hinweg geimpft sein.

Kommentar: Bei Impfung nach Impfplan ist eine regelmäßige Auffrischung unerlässlich. Bei überstandener Rötelerkrankung ist eine Impfung in der Regel nicht notwendig. Es kann aber auch sehr selten zu einer Erkrankungswiederholung im Erwachsenenalter kommen (- siehe oben > Kinderkrankheiten im Erwachsenenalter).

Windpocken: Können schwerste Erkrankungserscheinungen bei stark immungeschwächten Menschen auslösen (unter Zytostatika stehende Krebspatienten und bei Neugeborenen, die sich im Mutterleib infizieren und keine eigenen Antikörper entwickelt haben).

Kommentar: Im Kindesalter sind die Windpocken in der Regel harmlos. Für Erwachsene sind sie unangenehmer aber selten gefährlich außer für o.g. Menschen. Die Impfung kann einen leichteren Verlauf von Windpocken oder eine Gürtelrose auslösen. Der Geimpfte kann andere anstecken. Der Schutz ist nach einer Impfung nicht gewährleistet. Der Kombinationsimpfstoff Masern/Mumps/Röteln/Windpocken sollte bei der ersten Impfung wegen einer erhöhten Fieberkrampfgefahr nicht verwendet werden.

FSME: Durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung. Es gibt auch in Deutschland einige Hochrisikogebiete in Bayern und Baden-Würtemberg, in denen mindestens 25 Nachweise dieser Viruserkrankung im einer festgelegten Fünf-Jahres-Periode in einem Landkreis registriert wurden. Ungefähr 500 Erkrankungen im Jahr mit FSME-Viren werden in Deutschland nachgewiesen. Etwa 10% entwickeln eine akute Hirnhautentzündung (fast ausschließlich Erwachsene), 1% von diesen versterben. Eine chronische Rückenmarksentzündung wird fast ausschließlich bei älteren Menschen beobachtet. Eine genaue und aktuelle Verteilung in Europa zeigt folgender Link : www.zecken.de

Kommentar: Am meisten gefährdet sind Erwachsene. Kinder bis 10 Jahre erkranken relativ selten schwer. Unter 6 Jahren sind keine Defektheilungen bekannt. In der Regel bekommen sie grippeähnliche Symptome und alle gesunden wieder.

Pneumokokken sind mit die häufigsten bakteriellen Erreger von Mittelohr-, Lungen- und Hirnhautentzündungen. Im Vergleich zu Virusentzündungen dieser Organe sind sie jedoch deutlich seltener. Todesrate bei Kindern unter 5 Jahren durch eine IPD (invasive Pneumokokkenerkrankung) liegt bei 3/10 Millionen, die Rate der Behinderungen bei 6/10 Millionen Einwohner und Jahr.

Kommentar: Dieses ist eine sehr wichtige Impfung für Menschen mit angeborenen Immundefekten oder nach Milzentfernung bei Unfällen, also eine Indikationsimpfung für besonders gesundheitsgefährdete Personengruppen. Wie auch bei anderen bakteriellen Infektionen haben sich Unwirksamkeiten von Antibiotika entwickelt, so dass es zu langwierigen Behandlungen von o.g. Erkrankungen kommen kann. Es gibt zur Zeit einen Impfstoff für Säuglinge, der 13 der 20 häufigsten Pneumokokkentypen enthält. Bekannt sind inzwischen bisher fast 80 verschiedene Serotypen. Es ist eine sogenannte soziale Impfung, von der man sich erhofft über eine Massenimpfung das Individuum zu schützen, vor allem die alten Menschen. Es wird hier nicht gegen das Auftreten einer Krankheit geimpft sondern gegen eine bestimmte Anzahl von Bakterien, deshalb kommt es seit Einführung dieser Impfung jetzt häufiger zum Erregerwechsel zu nicht im Impfstoff enthaltenen Pneumokokken.

Meningokokken B verursachen eine Hirnhautentzündung. Von den ungefähr 400 Meningitiden pro Jahr in Deutschland werden 75% von diesem Bakterientyp verursacht, davon ein großer Anteil im Säuglingsalter. Er ist zur Zeit in Deutschland zwar zugelassen, wird aber von der STIKO noch nicht empfohlen. Nach der Arzneimittelfachinformationen kommen schwerwiegende Nebenwirkungen nicht selten vor.

Meningokokken C: In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 200 Erkrankung in der BRD ( ~ 2 Erkrankungen auf eine Millionen Einwohner) gemeldet. Die Hälfte (also 100) erkranken bis zum 5.Lebensjahr, Jugendliche erkranken noch 2-3mal häufiger als die Erwachsenen. In den europäischen Urlaubsländern ist die Erkrankungshäufigkeit mit Schwankungen mit der in Deutschland vergleichbar. Auch in Spanien, England, Schweiz und Holland steht diese Impfung auf dem Routine-Impfplan, ist aber vor allem als Indikationsimpfung für besonders gesundheitlich gefährdete Personen vorgesehen.

Kommentar: Eine Erkrankung, die bei rechtzeitiger Diagnosestellung in der Regel im Krankenhaus gut antibiotisch behandelt werden kann. Ungefähr 10% der Erkrankten (~50 Menschen / Jahr) sterben an der durch Meningokokken C verursachten Hirnhautentzündung - im Jahr 2006 starben 3 Kinder. Geimpft werden kann ausschließlich gegen den Typ C, der etwa ein 20% aller Meningokokken-Erkrankungen ausmacht.

Rotaviren sind eine besonders für Frühgeborene oder sehr junge Säuglinge heftig verlaufende akute Magen-Darm-Infektion. Bei ihnen ist die Gefahr der Austrocknung besonders groß. Begleitet werden die Durchfallserscheinungen in der Regel von krampfartigen Leibschmerzen. Menschen jeden Alters können an dieser Infektion erkranken. Bei drohender Austrocknung ist eine rechtzeitige Infusionsbehandlung im Krankenhaus die Therapie der Wahl. Die orale Impfung darf auf keinen Fall nach der 24. / 32. Lebenswoche (abhängig vom Impfstoff) durchgeführt werden, da dann eine Invagination (Darmeinstülpung) gehäuft auftritten kann. Das Problem der Ausscheidung des oralen Impfstoffes und Übertragung auf andere Menschen ist noch nicht hinreichend untersucht.

Kommentar: Es gibt eine große Anzahl von Viren, die akute Magen-Darm Erkrankungen auslösen können. Bei ausreichender Flüssigkeitsbilanz ob oral oder durch Infusion gibt es in Ländern mit guter hygienischer/medizinischer Versorgung keine Gefahr der Austrocknung. Voll gestillte Säuglinge sind am besten geschützt.

Influenza: Impfstoff wird jedes Jahr neu zusammengesetzt mit den zu erwartenden Influenzatypen. Eine Impfung wird für alle Risikopatienten, das heißt für alle Schwerkranken und alle Menschen, die sich regelmäßig in größeren Gruppen aufhalten empfohlen, also auch Kindergartenkinder und Schulkinder empfohlen und seit 2010 auch Schwangere im 2. Trimenon!!! Mittlerweile gibt es auch einen oralen Impfstoff der von einigen Krankenkassen erstattet wird.

Kommentar: Für diese Empfehlung gibt es jedoch auch nach vielen Studien keine wissenschaftlichen Grundlage. Die Influenzaimpfung ist überflüssig, wenn nicht sogar gefährlich, weil sie gippeähnliche Erkrankungen auslösen kann.

HPV: Diese Impfung wird zwar von der STIKO empfohlen aber von vielen Kassen noch nicht bezahlt. Es ist ein Impfstoff gegen Papillomaviren, die sehr häufig in Zellen des Gebärmutterhalskrebses zu finden sind. Dieser kommt ab dem 30.Lebensjahr vor und hat seinen Gipfel um das 52.Lebensjahr. Je länger diese Viren bei einer Patientin nachweisbar sind, desto größer ist die Gefahr eines Krebses. Diese Impfung sollte idealerweise zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr bei Mädchen vor dem ersten Sexualkontakt durchgeführt werden. Diese Empfehlung gilt seit 2018 auch für Jungen. In zwei Studien (Dauer 36 und 27 Monate) wurde eine dauerhafte "HPV-Infektion" durch die verimpften Papillomaviren (Typ16 und Typ18 - die häufigsten von ~ 100 Papillomaviren) verhindert. Der HPV- Nachweis erfolgt mittels eines Abstrichs.

Kommentar: Es ist die jüngste und zur Zeit teuerste Impfung für die überall geworben wird. Es fehlt bislang jedoch der Nachweis, dass Gebärmutterhalskrebs durch diese Impfung verhindert wird auf Grund der geringen Studiendauer. Um dieses zu klären, müssen o.g. Studien noch mindestens 15 Jahre fortgesetzt werden - die sogenannte Phase-III-Studie. Es wird dringend allen Geimpften empfohlen, die üblichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchen trotzdem weiterhin durchführen zu lassen. Die beste Vorbeugung gegen diesen Krebs ist damit nach wie vor unbestritten die Früherkennung sowie eine kontrollierte Sexualhygiene (vor allem Kondome und Reinigung des Mannes vor dem Geschlechtsverkehr). Die Impfempfehlung für Jungen als Überträger der Viren bleibt umstritten. Nach mehreren dokumentierten Impfkomplikationen hierzu ein aktueller Beitrag : individuelle-impfentscheide.de

Am 29.12.2017 zitierte die Tagesschau eine Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP vom 05.12.2017. Danach seien an Erkrankungen, die durch Impfungen verhütet werden können, in den letzten Jahren 190.000 Menschen verstorben. Eine differenzierte Antwort steht noch aus. Die Rohdaten des Robert-Koch-Institutes mit einem Kommentar der "individuellen Impfentscheidung" ist hier zu lesen 

https://www.impf-info.de/16-wirkungen/epidemiologie/242-die-nullen-der-bundesregierung.html

Europäische Impfempfehlungen sind sehr unterschiedlich: http://www.individuelle-impfentscheidung.de/pdfs/Impfempfehlungen%20EU.pdf

Kommentar: Abweichend von der STIKO-Empfehlung wird in vielen anderen europäischen Staaten die 5-fach bzw. 6-fach Impfung nach dem 2+1 Schema durchgeführt, d.h. im Säuglingsalter 2 Impfungen und 6 bis 12 Monate später 1 Auffrisch-Impfung. Mittlerweile wird dieses auch von vielen deutschen Kinderärzten so durchgeführt. In Frankreich wird die Rotavirus-Impfung nicht mehr empfohlen.

Hintergrundinformationen

  • Für alle Impfungen gilt: Wir impfen nicht gegen eine Krankheit sondern nur gegen einen bestimmten Krankheitserreger.
  • Wenn es nur einen Erreger gibt, der diese Krankheit auslöst, gelingt es uns in der Regel einen Schutz für einige Jahre aufzubauen (Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A und B). Dieser Schutz muss aber ständig wieder aufgefrischt werden (was fürs Erwachsenenalter nur bei Diphterie und Tetanus vorgesehen ist) oder er erneuert sich durch den Kontakt zu Menschen mit dieser Krankheit.
  • Wenn es viele Erreger gibt, die ein Krankheitsbild auslösen können, sind wir mit Impfungen machtlos außer bei stark immungeschächten Patienten (Influenza, HPV, Pneumokokken). Es ist zu beobachten, dass sich das Krankheitserregerspektrum in Richtung Viren verschiebt, so dass bakterielle Erkrankungen immer seltener werden. Das Erregerreservoir der Viren dagegen ist unerschöpflich.
  • Je früher im Kindesalter eine Impfung durchgeführt wird, desto ungünstiger wird die allgemeine kindliche Immunabwehr beeinflußt (Stichwort: Mengenverhältnis von "Th1"- zu "Th2"-Zellen). In der Schwangerschaft und im Säuglings- und frühen Kleinkindalter besteht physiologisch ein Mangel an Th1-Zellen, damit der Embryo nicht als fremd erkannt und abgestoßen wird. Die Th1-Zellen werden zur Abwehr von viralen und bakteriellen Infekten benötigt (unspezifische Immunabwehr) und werden durch Fieber stimuliert. TH-2 Zellen haben dagegen die Aufgabe Parasiten (Würmer) zu bekämpfen, sie sind aber auch für eine allergische Bereitschaft des Menschen verantwortlich (spezifische Immunabwehr). Die Entwicklung der Th2 - Zellen beginnt erst richtig mit dem aufrechten Gang. Durch Impfungen verstärkt sich die frühzeitige Stimulation dieser spezifischen Immunabwehr und begünstigt damit eine Neigung zu Allergien.
  • Ein Impfstoff enthält immer außer dem Wirkstoff Konservierungsstoffe und Schwermetalle (meistens Aluminium), manchmal auch Spuren von Hühnereiweiß
  • Es gibt keine Impfung, die nicht eine gewollte Reaktion auf das Immunsystem hat (Schutz vor Krankheit). Es gibt aber auch ungewollte Reaktionen die wir kennen als typische Impfreaktionen an der Impfstelle oder aber auch in Form von nicht vorhersehbaren immunologischen Allgemeinreaktionen, denen in der Regel abgesprochen wird durch eine Impfung ausgelößt worden zu sein.
  • Im Zusammenhang mit der im Säuglingsalter empfohlenen 6-fach Impfung (es steht nur ein Impfstoff zur Verfügung) werden immer noch jährlich ungefähr 10 Todesfälle in Deutschland beim Paul-Ehrlich-Institut gemeldet.
  • Jede Impfung zählt, d.h. der Impfabstand kann auch größer als vorgesehen sein. Zwischen der letzten und vorletzten Impfung einer Serie müssen allerdings mindestens 6 Monate Abstand sein, um eine vollständigen Impfschutz zu gewährleisten.
  • Im Gegensatz zur STIKO empfehlen Impfkommisionen in Österreich und Niederlande statt 3 nur noch 2 6-fach-Impfungen im Säuglingsalter - mit der gleichen Schutzwirkung.

Eine Impfentscheidung soll immer in Ruhe durchdacht sein und mit dem Arzt ihres Vertrauens besprochen werden!